Nachts ist so vieles anders.
Nachts muss man keine Musik beim Spazieren gehen hören. Nachts muss man sich nicht den eigenen Soundtrack drüberlegen, weil man nachts die Stadt atmen hört. Man sieht drei Füchse in Leipzig Mitte über die Straße laufen. Betrunkene, die darüber lachen, dass sie sich am Auto abstützen müssen. Man sieht das beleuchtete Fenster der Freundin, die ebenfalls noch wach ist und einen hereinlässt.
Nachts muss man nicht reden, um Stille zu füllen, weil die Stille jetzt angenehm und gut ist. Nebeneinander sitzen, etwas lesen, sich nach einer, anderthalb, nach zwei Stunden verabschieden und das Gefühl haben, trotz weniger Worte eine schöne Zeit miteinander verbracht zu haben.
Nachtspaziergänge.
Sollte ich öfter machen.
Montag, 25. Juni 2012
Freitag, 15. Juni 2012
Erzählung meines Unterbewusstseins
Frühs um sechs, und ich beschließe zum ersten Mal, das morgendliche Physik-Seminar aus Müdigkeit, nicht aus Zeit, zu schwänzen. Das gibt mir zwei Stunden mehr Schlaf, nach denen ich immerhin schonmal etwas bereitwilliger aufstehe.
Fakultät und Studentenwohnheim liegen direkt nebeneinander, und irgendwie ist es schon Herbst geworden, aber die Sonne ist freundlich und warm.Ich muss nur ein Stückchen an den anderen Eingängen vorbei, da kommt eine im T-Shirt des Fachschaftsrates auf mich zu, breit lächelnd.
"Hey!", sagt sie, "Magst du nicht mitkommen zur Fachschaftssitzung? Die ist jetzt gleich!"
Eigentlich hab ich ein schlechtes Gewissen, nach dem geschwänzten Seminar jetzt auch noch die folgende Vorlesung zu schwänzen, und sage das auch, aber sie tut das Argument mit einem Handwinken ab. "Ach, für Physik steht doch das Skript im Internet, und es dauert nicht lange. Komm mit!"
Also gehen wir.
Die Sitzung ist in einem großen, hellen Raum, mit hohen Fenstern, und ich habe gerade noch Zeit, darüber nachzudenken, dass ich so einen Raum in unserer Fakultät noch gar nicht gesehen habe - da fällt mir schon jemand in die Arme. Jemand, den ich nicht kenne, und der mich so fest umarmt, als wäre ich eine lange vermisste Freundin. Jemand mit weichen, wuscheligen Haaren, die in der Nase kitzeln, weil er ein Stück kleiner ist als ich. Ich werde eigentlich gerne umarmt, aber ich kenne ihn nicht, und lege nur unsicher die Hand auf seinen Rücken, ein fragendes und verlegenes Lächeln zu den andern Fachschaftsratmitgliedern, die nur die Augenbrauen hochziehen und grinsen. Auf meine Bitte hin, den vielleicht irgendwie zurückzuhalten, bewegen sie sich erst, bleiben dann aber lächelnd stehen. "Nein," sagen sie, "Er hat dich so lange gesucht."
Einen Blick auf sein Gesicht erhasche ich nur ganz kurz, ganz ganz ganz kurz, während er sich mit bestimmten Drucks meinerseits etwas distanziert, und er hat ein liebes Gesicht. Keinen Bart, eher schmale Lippen, aber Grübchen, und Augen, die so ähnlich gemustert scheinen wie meine. Und dann fällt er mir schon wieder um den Hals.
Während der gesamten Sitzung lässt er mich nicht los. Es ist aber nicht unangenehm, ganz im Gegenteil, deshalb lasse ich ihn, aber reden tun wir nicht miteiander. Nur ansehen tut er mich ständig, und das sind alle Worte, die er sagen muss, damit ich ihn ernst nehme. Genug Worte, um mich völlig rot werden zu lassen.
Nicht einmal sprechen wir ein Wort miteinander. Irgendwie wird trotzdem alles gesagt.
Interessanterweise gehört zum Treffen auch ein gemeinschaftlicher Besuch in einer kulturellen Vorführung. Die ganze Zeit hält er meine Hand, und irgendwann halte ich auch seine. Er sagt kein Wort, ich habe ihn nie zuvor getroffen, aber ich weiß trotzdem mit einem einzigen Blick, dass er ganz ganz ganz wundervoll ist.
Er umarmt mich, er kuschelt sich an mich, aber wenn ich jemanden brauche, der mich in den Arm nimmt, tut er es. Ich kümmere mich um ihn, aber sobald ich jemanden brauche, ist er da. So verlässlich wie die Tatsache, dass die Sonne jeden Tag scheint.
Nach der Aufführung wird es Abend, und irgendwie führt uns unser Heimweg, zu Fuß, am Deich in der Nähe Prerows und Ahrenshoop entlang, wo ich gerade am Wochenende entlang gefahren bin. Diesmal laufen wir den schmalen Trampelpfad neben dem Fahrradweg, und er ist ein Stück voraus, dreht sich um nach uns anderen, und ich kann in der Abendsonne sein Gesicht sehen. Er wartet auf uns, und ich drehe mich ebenfalls um, damit die anderen aufschließen können.
Als sie es tun, sehe ich nach vorn, aber er ist nicht mehr da. Der Weg ist leer. Und im Halbschlaf, noch kurz vorm Aufwachen, realisiere ich noch "Er hat nicht auf die anderen gewartet. Er wollte, dass ich zu ihm komme."
Und als ich aufwache, fällt mir ein, dass ich ihn nicht gefragt habe, "Warum? Warum ich? Was ist an mir so großartig, dass du mich bedingungslos lieben kannst? Warum?"
So sehr, wie das alles auch ein Wunschtraum war, schweift mein Kopf den ganzen restlichen Tag immer wieder zurück in den Traum.
Und am Nachmittag ruft dann F. an und fragt, ob ich dann und dann mit zum Konzert in Berlin komme. Eigentlich bin ich wenig begeistert und frage, um etwas Zeit zu schinden, nach, wer denn noch alles mitkomme.
Hugo kommt mit. Jener Hugo vom Barther Metal Open Air, von dem ich hier schonmal geschrieben habe. Den ich zwei Tage lang kennen lernen konnte und an den ich seitdem jeden Tag mindestens einmal gedacht habe. Wegen dem ich das nächste Barther herbeisehne und gleichzeitig etwas fürchte, denn eines weiß ich - mit Freundschaft kann ich mich diesmal nicht zufrieden geben. Zum ersten Mal nicht.
Eigentlich kann ich das Barther kaum erwarten, und trotzdem macht es mir Angst. Letztes Jahr war er Single. Was ist dieses Jahr? Wird schlimmstenfalls gar nichts passieren?
Und je nachdem, wie das Barther wird, könnte das Konzert dann für mich den Himmel oder die Hölle bedeuten.
Und trotzdem kann ichs kaum erwarten.
Fakultät und Studentenwohnheim liegen direkt nebeneinander, und irgendwie ist es schon Herbst geworden, aber die Sonne ist freundlich und warm.Ich muss nur ein Stückchen an den anderen Eingängen vorbei, da kommt eine im T-Shirt des Fachschaftsrates auf mich zu, breit lächelnd.
"Hey!", sagt sie, "Magst du nicht mitkommen zur Fachschaftssitzung? Die ist jetzt gleich!"
Eigentlich hab ich ein schlechtes Gewissen, nach dem geschwänzten Seminar jetzt auch noch die folgende Vorlesung zu schwänzen, und sage das auch, aber sie tut das Argument mit einem Handwinken ab. "Ach, für Physik steht doch das Skript im Internet, und es dauert nicht lange. Komm mit!"
Also gehen wir.
Die Sitzung ist in einem großen, hellen Raum, mit hohen Fenstern, und ich habe gerade noch Zeit, darüber nachzudenken, dass ich so einen Raum in unserer Fakultät noch gar nicht gesehen habe - da fällt mir schon jemand in die Arme. Jemand, den ich nicht kenne, und der mich so fest umarmt, als wäre ich eine lange vermisste Freundin. Jemand mit weichen, wuscheligen Haaren, die in der Nase kitzeln, weil er ein Stück kleiner ist als ich. Ich werde eigentlich gerne umarmt, aber ich kenne ihn nicht, und lege nur unsicher die Hand auf seinen Rücken, ein fragendes und verlegenes Lächeln zu den andern Fachschaftsratmitgliedern, die nur die Augenbrauen hochziehen und grinsen. Auf meine Bitte hin, den vielleicht irgendwie zurückzuhalten, bewegen sie sich erst, bleiben dann aber lächelnd stehen. "Nein," sagen sie, "Er hat dich so lange gesucht."
Einen Blick auf sein Gesicht erhasche ich nur ganz kurz, ganz ganz ganz kurz, während er sich mit bestimmten Drucks meinerseits etwas distanziert, und er hat ein liebes Gesicht. Keinen Bart, eher schmale Lippen, aber Grübchen, und Augen, die so ähnlich gemustert scheinen wie meine. Und dann fällt er mir schon wieder um den Hals.
Während der gesamten Sitzung lässt er mich nicht los. Es ist aber nicht unangenehm, ganz im Gegenteil, deshalb lasse ich ihn, aber reden tun wir nicht miteiander. Nur ansehen tut er mich ständig, und das sind alle Worte, die er sagen muss, damit ich ihn ernst nehme. Genug Worte, um mich völlig rot werden zu lassen.
Nicht einmal sprechen wir ein Wort miteinander. Irgendwie wird trotzdem alles gesagt.
Interessanterweise gehört zum Treffen auch ein gemeinschaftlicher Besuch in einer kulturellen Vorführung. Die ganze Zeit hält er meine Hand, und irgendwann halte ich auch seine. Er sagt kein Wort, ich habe ihn nie zuvor getroffen, aber ich weiß trotzdem mit einem einzigen Blick, dass er ganz ganz ganz wundervoll ist.
Er umarmt mich, er kuschelt sich an mich, aber wenn ich jemanden brauche, der mich in den Arm nimmt, tut er es. Ich kümmere mich um ihn, aber sobald ich jemanden brauche, ist er da. So verlässlich wie die Tatsache, dass die Sonne jeden Tag scheint.
Nach der Aufführung wird es Abend, und irgendwie führt uns unser Heimweg, zu Fuß, am Deich in der Nähe Prerows und Ahrenshoop entlang, wo ich gerade am Wochenende entlang gefahren bin. Diesmal laufen wir den schmalen Trampelpfad neben dem Fahrradweg, und er ist ein Stück voraus, dreht sich um nach uns anderen, und ich kann in der Abendsonne sein Gesicht sehen. Er wartet auf uns, und ich drehe mich ebenfalls um, damit die anderen aufschließen können.
Als sie es tun, sehe ich nach vorn, aber er ist nicht mehr da. Der Weg ist leer. Und im Halbschlaf, noch kurz vorm Aufwachen, realisiere ich noch "Er hat nicht auf die anderen gewartet. Er wollte, dass ich zu ihm komme."
Und als ich aufwache, fällt mir ein, dass ich ihn nicht gefragt habe, "Warum? Warum ich? Was ist an mir so großartig, dass du mich bedingungslos lieben kannst? Warum?"
So sehr, wie das alles auch ein Wunschtraum war, schweift mein Kopf den ganzen restlichen Tag immer wieder zurück in den Traum.
Und am Nachmittag ruft dann F. an und fragt, ob ich dann und dann mit zum Konzert in Berlin komme. Eigentlich bin ich wenig begeistert und frage, um etwas Zeit zu schinden, nach, wer denn noch alles mitkomme.
Hugo kommt mit. Jener Hugo vom Barther Metal Open Air, von dem ich hier schonmal geschrieben habe. Den ich zwei Tage lang kennen lernen konnte und an den ich seitdem jeden Tag mindestens einmal gedacht habe. Wegen dem ich das nächste Barther herbeisehne und gleichzeitig etwas fürchte, denn eines weiß ich - mit Freundschaft kann ich mich diesmal nicht zufrieden geben. Zum ersten Mal nicht.
Eigentlich kann ich das Barther kaum erwarten, und trotzdem macht es mir Angst. Letztes Jahr war er Single. Was ist dieses Jahr? Wird schlimmstenfalls gar nichts passieren?
Und je nachdem, wie das Barther wird, könnte das Konzert dann für mich den Himmel oder die Hölle bedeuten.
Und trotzdem kann ichs kaum erwarten.
Donnerstag, 19. April 2012
An die Herren mit der Macht über Leben und Tod ...
... und zwar an die Herren Aufseher vom Anfängerpraktikum Bachelor Physik, dessen erster Tag heute war.
Sagt mal, verschenkt ihr die Punkte beliebig nach Würfeln oder wie läuft dieses Bewertungssystem?
Ich war vorbereitet. Heißt aber, dass ich immer noch keine Formel auswendig kann (Auswendig lernen ist das Schlimmste, was man mir antun kann, lieber schreibe ich fünfzig Seiten Hausarbeiten oder dreißig Übungsserien, als mündlich Formeln abgefragt zu werden!) und dass ich auch ansonsten, wenn ich ohne Hefter dastehe und Details angeben muss, recht ahnungslos bin. Beim Chemiepraktikum bin ich nicht ohne Grund trotz zwei Wochen Intensivlernen gleich am ersten Tag durchgefallen.
Also das Protokollbuch vorher seitenweise detailliert vollgeschrieben.
Messunsicherheiten gepaukt (ich hasse Messunsicherheiten).
Ins mündliche Testat gegangen, zusammen mit dem Partner.
Der Herr Aufseher stellte zum Schluss dann nur an mich gerichtet Fragen, weil Christian die einfachen am Anfang immer schneller beantworten konnte und ich nicht zu Wort kam. Und dieser Herr konnte irgendwie ... also, es kann nicht allein an mir gelegen haben, aber bis man kapierte, was der mit seinen Fragen überhaupt meinte! Er wollte prinzipiell total einfache und einfach so offensichtliche Sachen wissen, dass ich immer dachte, `Ne, so einfach kann ers doch nicht meinen´, und bis man seine Fragen verstand, musste man auch fünfmal nachhaken, was natürlich in seinen Augen dann meine Schuld ist, nicht etwa sein Fehler.
Interessanterweise hat er uns dann doch drei von zwölf benötigten Punkten gegeben. Hey! Drei von zwölf Punkten, damit hatten wir bereits ne vier und somit das heutige Modul bestanden! Also zurück zum Raum like a boss.
Und dann mit Stress ohne Ende von drei Aufgaben eine zur Hälfte geschafft. Soll heißen, das Diagramm fehlte, und genau das Diagramm wollte er. Außerdem waren die berechneten Werte falsch, ohne dass er sagen konnte, warum. Christian schaut zu mir, ich schau zu ihm, und zwei Idioten, ein Gedanke: ´Gott, hoffentlich gibt der uns wenigstens noch einen Punkt für den Versuch.`
Was sagt der Herr Oberaufseher? ´Da kann ich ihnen nur vier Punkte für geben.`
Also endgültige Note: Sieben von zwölf Punkten. In Noten eine 2,7.
Kommentar vom Gruppengenie Benjamin und dessen bestem Freund, dem Besonders Begabten Schüler (tm): "Und darauf seid ihr stolz?"
Meine Lieben, wir sind mit der pessimistischen Erwartung und der großen Angst in dieses Praktikum gegangen, bereits nach einer halben Stunde rausgeschmissen zu werden, weil wir durchs mündliche Antestat gefallen sind. Bereits die drei Punkte vom Anfang haben alle meine Erwartungen übertroffen. Im Übrigen standest du direkt neben mir, als ich im Chemie-Praktikum durchgeflogen bin, müsstest also genau wissen, was das hier jetzt für mich heißt, mal zur Abwechslung einen Erfolg verbuchen zu können.
Also ja, ich bin stolz. Ich bin stolz darauf, mal nicht irgendwo durchgefallen zu sein, trotz unzähliger Arbeitsstunden. Wenn diese Note unter deinem Niveau ist, mein Lieber, dann okay. Aber nicht in diesem abfälligen Ton!
Sagt mal, verschenkt ihr die Punkte beliebig nach Würfeln oder wie läuft dieses Bewertungssystem?
Ich war vorbereitet. Heißt aber, dass ich immer noch keine Formel auswendig kann (Auswendig lernen ist das Schlimmste, was man mir antun kann, lieber schreibe ich fünfzig Seiten Hausarbeiten oder dreißig Übungsserien, als mündlich Formeln abgefragt zu werden!) und dass ich auch ansonsten, wenn ich ohne Hefter dastehe und Details angeben muss, recht ahnungslos bin. Beim Chemiepraktikum bin ich nicht ohne Grund trotz zwei Wochen Intensivlernen gleich am ersten Tag durchgefallen.
Also das Protokollbuch vorher seitenweise detailliert vollgeschrieben.
Messunsicherheiten gepaukt (ich hasse Messunsicherheiten).
Ins mündliche Testat gegangen, zusammen mit dem Partner.
Der Herr Aufseher stellte zum Schluss dann nur an mich gerichtet Fragen, weil Christian die einfachen am Anfang immer schneller beantworten konnte und ich nicht zu Wort kam. Und dieser Herr konnte irgendwie ... also, es kann nicht allein an mir gelegen haben, aber bis man kapierte, was der mit seinen Fragen überhaupt meinte! Er wollte prinzipiell total einfache und einfach so offensichtliche Sachen wissen, dass ich immer dachte, `Ne, so einfach kann ers doch nicht meinen´, und bis man seine Fragen verstand, musste man auch fünfmal nachhaken, was natürlich in seinen Augen dann meine Schuld ist, nicht etwa sein Fehler.
Interessanterweise hat er uns dann doch drei von zwölf benötigten Punkten gegeben. Hey! Drei von zwölf Punkten, damit hatten wir bereits ne vier und somit das heutige Modul bestanden! Also zurück zum Raum like a boss.
Und dann mit Stress ohne Ende von drei Aufgaben eine zur Hälfte geschafft. Soll heißen, das Diagramm fehlte, und genau das Diagramm wollte er. Außerdem waren die berechneten Werte falsch, ohne dass er sagen konnte, warum. Christian schaut zu mir, ich schau zu ihm, und zwei Idioten, ein Gedanke: ´Gott, hoffentlich gibt der uns wenigstens noch einen Punkt für den Versuch.`
Was sagt der Herr Oberaufseher? ´Da kann ich ihnen nur vier Punkte für geben.`
Also endgültige Note: Sieben von zwölf Punkten. In Noten eine 2,7.
Kommentar vom Gruppengenie Benjamin und dessen bestem Freund, dem Besonders Begabten Schüler (tm): "Und darauf seid ihr stolz?"
Meine Lieben, wir sind mit der pessimistischen Erwartung und der großen Angst in dieses Praktikum gegangen, bereits nach einer halben Stunde rausgeschmissen zu werden, weil wir durchs mündliche Antestat gefallen sind. Bereits die drei Punkte vom Anfang haben alle meine Erwartungen übertroffen. Im Übrigen standest du direkt neben mir, als ich im Chemie-Praktikum durchgeflogen bin, müsstest also genau wissen, was das hier jetzt für mich heißt, mal zur Abwechslung einen Erfolg verbuchen zu können.
Also ja, ich bin stolz. Ich bin stolz darauf, mal nicht irgendwo durchgefallen zu sein, trotz unzähliger Arbeitsstunden. Wenn diese Note unter deinem Niveau ist, mein Lieber, dann okay. Aber nicht in diesem abfälligen Ton!
Sonntag, 15. April 2012
One of the Good Guys
Weil ich es nun einmal einfach nicht lassen konnte, das zu schreiben.
_____________________
What if Kokuto actually had been one of the good guys?
Eins
Flammen rasen durch die giftige Höllenluft, es ist nur eine Sache von Sekunden, und Ichigo wurde aufgehalten, der wird seine Schwester nicht mehr rechtzeitig erreichen können und ist zum Zusehen verbannt. Doch Kokuto hat eine Chance. Er überlegt nicht einmal, bevor er sie nutzt, weiß, was kommen wird, und weiß, dass es eigentlich egal ist.
Zwei Tentakel durchbohrten ihn, die nächsten konnte er abwehren, doch einer durchbrach die Verteidigung und bohrte ein ebenso schmerzhaftes, reißendes Loch in ihn. Seine Verteidigung brach zusammen, und sein Oberkörper wurde zu einem einzigen Schweizer Käse, ein Tentakel verursachte neue Schmerzen, grell und reißend und grob, und fachte den Schmerz der anderen Wunden an. Zu schnell, als dass er hätte mitzählen können, schnell genug, um einen Plan zu fassen.
Mit der Kette, die ihn an seine Klinge und diese Klinge an ihn fesselt, reißt er einen der Feinde
(einst Verbündete, auch wenn er niemals gelogen hat, als er sagte, dass er sie hasst)
mit sich ins Feuer, und was einst der Triumph des anderen Feindes war
(Tentakel um Tentakel um Tentakel, und in seinen zerfetzten Eingeweiden hätte sich Übelkeit breitgemacht, wären sie eben nicht zerfetzt gewesen)
wird diesem Feind zum Verhängnis. Zwei Feinde reißt er mit sich. Um die anderen beiden wird Ichigo sich kümmern. Das weiß er. Denn dem geht es um seine Schwester.
Klar, in der Hölle stirbt man nicht endgültig. Aber trotzdem stirbt man, bevor man wiederkehrt. Trotzdem spürt er die Schmerzen, nicht nur von den Tentakeln, sondern ganz besonders von der kochenden Lava, die erst in die Wunden eindringt und sich dann wie von innen nach außen zu brennen scheint. Gott, wie er schreit, dann Lava schluckt und von innen verbrennt.
In der Hölle stirbt man nicht endgültig, und das ist Hölle. Denn die Erinnerungen an das Sterben bleiben jedes Mal.
Zwei
„Ichigo, nachdem du deine Schwester gerettet hast – kannst du mir dann einen Gefallen tun?“
Zweifelnder Blick, und der Hass steigt hinter der ruhigen Fassade Kokutos auf. Einer, der nur seine Schwester retten und dann gehen will. Einem wie ihm einen Gefallen tun – nein. Das nicht. Er weiß, dass Ichigo es vielleicht nicht zugeben wird, aber am Ende wird er, nachdem er seine Schwester hat, ihn doch im Stich lassen.
Es ist richtig, ihn zu benutzen, denkt der Sünder sich da in seinem wütenden Herzen. Anders wird es nicht funktionieren. Es ist der einzige Weg.
„In Ordnung. Wenn ich es kann, werde ich dich befreien.“, ist die Antwort, und ein klein wenig ist Kokuto überrascht von ihr. Denn Ichigo hat nicht versprochen, was er vielleicht niemals halten können wird. Er hat sich nicht weggedreht und auf eine sofortige Weiterreise bestanden. Er hat keine Bedingungen gestellt.
Er hat gesagt, wenn er kann, wird er ihn retten, und ihm dabei ins Gesicht geblickt.
Und eine kleine Ecke seines Herzens versucht, Kokuto einzureden, dass Ichigo es ehrlich gemeint hat.
Betrügen ist der einzige Weg! schreit er in seinem Kopf. Der einzige! Der einzige Weg hier heraus!
Aber ist er das wirklich?
Zu Lava werdet ihr, aus Lava werdet ihr kommen, zu Lava werdet ihr …
Kokuto kroch aus dem Schmelztiegel und war nicht mehr als vage menschenförmiges, glühendes Lavaplasma, im Innern bestehend aus Schmerzen, Hölle und einem vagen Bewusstsein. Bewusst genug, dass er merkte, dass auch Shuren schon wieder lebte, noch nicht mehr als er, doch schneller, schneller, als möglich sein dürfte. Schneller als er.
Plan, schrie das Höllenplasma, dass quälend langsam wieder die Form seines Körpers annahm. Keine Angst. Alles nach Plan. Sie alle müssen sterben. Ichigo muss leiden!
Doch die Freude, die sich vorher bei diesem Gedanken einstellte, blieb fern.
Shuren ging zu Ichigo, und Kokutos Schwert steckte in dessen Brust. Ein ach so leichtes Ziel; es war alles abgesprochen, bis zur letzten Sekunde, nur das hier, das war ungeplant. Dass Kokuto noch vor Schmerzen Plasma spuckend und schreiend auf dem Ascheboden verbrannter Sünder lag, während Shuren den Rest übernimmt; nein, das war alles nicht geplant. Er, Kokuto, er hätte dorthin gehen müssen. Ichigo mit seinem Verrat konfrontieren.
In seinen Händen hielt Shuren seine eigenen tödlichen Waffen, und er richtete sie auf Yuzu. Sie musste sterben, Ichigo musste provoziert werden, bis er stark genug werden konnte …
„Wenn ich es kann, werde ich dich befreien.“
Du wirst töten, foltern, benutzen, quälen, verraten. Hast bereits verraten. Mehr Sünden. Noch viel, viel mehr Sünden. Und wird Ichigo dich dann noch retten können?
Kokutos Körper war noch nicht einmal vollständig regeniert, als er bereits aufsprang und mit dieser unmenschlichen Geschwindigkeit nur einen Sekundenbruchteil bis zu Shuren
(und Ichigo, auf dem Aschensünderboden liegend mit seinem, mit Kokutos Schwert in der Brust)
benötigte. Die Flammen waren noch nicht abgeschossen worden, und ohne sein Schwert blieb dem einäugigen Sünder nur, sich vor Shuren zu werfen und es mit Nahkampf zu versuchen. Zu mehr als einem Tritt ist er kaum in der Lage, da trifft der erste Feuerball ihn bereits ungeschützt. Er zog Ichigo das Schwert aus der Brust und fühlte kaum mehr als ein kurzes Sorry, geht aber nicht anders. Die Hölle stumpfte einen ab, und er brauchte die Klinge. Er traf den etwas aus dem abgesprochenen Konzept gebrachten Shuren, und das verschaffte ihm die kurzen Sekunden, die er brauchte.
„Ichigo.“, keuchte er knapp, außer Atem von Schmerzen, die nicht verschwanden, „Ichigo, du bist einer der ehrlichsten Menschen, die mir seit langer Zeit begegnet sind. Schau mir in die Augen und sag, dass du mich nicht in der Hölle verbrennen lassen wirst!“
Er suchte diesen Blick, Gott, wie er ihn suchte. Das Versprechen, gerettet zu werden. Das ehrliche Versprechen, dass er nicht bis in alle Ewigkeit hier wird bleiben müssen. Selbst wenn es zehn Jahre, hundert Jahre, fünfhundert Jahre sein werden. Solange er nur nicht ewig würde bleiben müssen!
„Okay.“. Blut tropfte zu Boden, aber trotzdem blickte er ihm in die Augen, der Ichigo, der Ehrliche. „Wir werden einen Weg finden und zurückkommen. Versprochen.“
Den leicht verwirrten Blick ignorierte Kokuto. Er hatte gehört, was er wissen wollte.
„Wenn nicht, dann wirst du am eigenen Leib erfahren, wie die tiefsten Höllenebenen aussehen.“, wisperte Kokuto und meinte es ernst. „Ein Leben mag dir lang erscheinen, doch die Hölle ist ewig.“
Er richtete sich wieder auf. Trotzdem den Rücken leicht gekrümmt, ehe er ihn mit einer Folge Knackgeräusche durchbog. Krankhaft helle Haut, weiße Haare, schwarzes Tuch, das hässliche Sündernarben verbarg.
„Sorry, Shuren.“, rief er. „Planänderung.“
Es dauerte nicht lange, ehe Shuren wieder in der Lava verkohlte.
Drei
Die Höllentore schlossen sich.
Ihr kommt besser zurück!
Zurück blieb Kokuto, das Schwert in einer Hand, die sich so fest zusammenkrampfte, dass der ganze Arm zitterte.
Und, bei allem, was euch noch heilig ist – lasst euch nicht zuviel Zeit. Lasst euch bloß nicht zuviel Zeit … sonst könnt ihr hier nur noch Asche einsammeln.
Kokuto dachte an die Schichten, die noch lauerten in der Hölle, Feuer, Schmerzen, Seelenqual, und daran, was auch hätte passieren können, wäre der Plan so durchgeführt worden. Wenn er sich verschätzt hätte in diesem Plan.
Übelkeit stieg in ihm auf so stark, dass er sich auf die Asche unter ihm, weit und breit nur Asche, übergeben musste, und bittere Galle spuckte, und die ganze Zeit nur dieses Mantra in seinem Kopf wiederholte.
Sie werden zurückkommen. Sie werden zurückkommen. Sie werden zurückkommen. Sie werden zurückkommen. Sie werden es …
Vier
Was Kokuto nicht wusste: Es würde noch lange, lange Zeit dauern, bis Ichigo und seine Freunde wieder in die Hölle zurückkehren würden.
_____________________
What if Kokuto actually had been one of the good guys?
Eins
Flammen rasen durch die giftige Höllenluft, es ist nur eine Sache von Sekunden, und Ichigo wurde aufgehalten, der wird seine Schwester nicht mehr rechtzeitig erreichen können und ist zum Zusehen verbannt. Doch Kokuto hat eine Chance. Er überlegt nicht einmal, bevor er sie nutzt, weiß, was kommen wird, und weiß, dass es eigentlich egal ist.
Zwei Tentakel durchbohrten ihn, die nächsten konnte er abwehren, doch einer durchbrach die Verteidigung und bohrte ein ebenso schmerzhaftes, reißendes Loch in ihn. Seine Verteidigung brach zusammen, und sein Oberkörper wurde zu einem einzigen Schweizer Käse, ein Tentakel verursachte neue Schmerzen, grell und reißend und grob, und fachte den Schmerz der anderen Wunden an. Zu schnell, als dass er hätte mitzählen können, schnell genug, um einen Plan zu fassen.
Mit der Kette, die ihn an seine Klinge und diese Klinge an ihn fesselt, reißt er einen der Feinde
(einst Verbündete, auch wenn er niemals gelogen hat, als er sagte, dass er sie hasst)
mit sich ins Feuer, und was einst der Triumph des anderen Feindes war
(Tentakel um Tentakel um Tentakel, und in seinen zerfetzten Eingeweiden hätte sich Übelkeit breitgemacht, wären sie eben nicht zerfetzt gewesen)
wird diesem Feind zum Verhängnis. Zwei Feinde reißt er mit sich. Um die anderen beiden wird Ichigo sich kümmern. Das weiß er. Denn dem geht es um seine Schwester.
Klar, in der Hölle stirbt man nicht endgültig. Aber trotzdem stirbt man, bevor man wiederkehrt. Trotzdem spürt er die Schmerzen, nicht nur von den Tentakeln, sondern ganz besonders von der kochenden Lava, die erst in die Wunden eindringt und sich dann wie von innen nach außen zu brennen scheint. Gott, wie er schreit, dann Lava schluckt und von innen verbrennt.
In der Hölle stirbt man nicht endgültig, und das ist Hölle. Denn die Erinnerungen an das Sterben bleiben jedes Mal.
Zwei
„Ichigo, nachdem du deine Schwester gerettet hast – kannst du mir dann einen Gefallen tun?“
Zweifelnder Blick, und der Hass steigt hinter der ruhigen Fassade Kokutos auf. Einer, der nur seine Schwester retten und dann gehen will. Einem wie ihm einen Gefallen tun – nein. Das nicht. Er weiß, dass Ichigo es vielleicht nicht zugeben wird, aber am Ende wird er, nachdem er seine Schwester hat, ihn doch im Stich lassen.
Es ist richtig, ihn zu benutzen, denkt der Sünder sich da in seinem wütenden Herzen. Anders wird es nicht funktionieren. Es ist der einzige Weg.
„In Ordnung. Wenn ich es kann, werde ich dich befreien.“, ist die Antwort, und ein klein wenig ist Kokuto überrascht von ihr. Denn Ichigo hat nicht versprochen, was er vielleicht niemals halten können wird. Er hat sich nicht weggedreht und auf eine sofortige Weiterreise bestanden. Er hat keine Bedingungen gestellt.
Er hat gesagt, wenn er kann, wird er ihn retten, und ihm dabei ins Gesicht geblickt.
Und eine kleine Ecke seines Herzens versucht, Kokuto einzureden, dass Ichigo es ehrlich gemeint hat.
Betrügen ist der einzige Weg! schreit er in seinem Kopf. Der einzige! Der einzige Weg hier heraus!
Aber ist er das wirklich?
Zu Lava werdet ihr, aus Lava werdet ihr kommen, zu Lava werdet ihr …
Kokuto kroch aus dem Schmelztiegel und war nicht mehr als vage menschenförmiges, glühendes Lavaplasma, im Innern bestehend aus Schmerzen, Hölle und einem vagen Bewusstsein. Bewusst genug, dass er merkte, dass auch Shuren schon wieder lebte, noch nicht mehr als er, doch schneller, schneller, als möglich sein dürfte. Schneller als er.
Plan, schrie das Höllenplasma, dass quälend langsam wieder die Form seines Körpers annahm. Keine Angst. Alles nach Plan. Sie alle müssen sterben. Ichigo muss leiden!
Doch die Freude, die sich vorher bei diesem Gedanken einstellte, blieb fern.
Shuren ging zu Ichigo, und Kokutos Schwert steckte in dessen Brust. Ein ach so leichtes Ziel; es war alles abgesprochen, bis zur letzten Sekunde, nur das hier, das war ungeplant. Dass Kokuto noch vor Schmerzen Plasma spuckend und schreiend auf dem Ascheboden verbrannter Sünder lag, während Shuren den Rest übernimmt; nein, das war alles nicht geplant. Er, Kokuto, er hätte dorthin gehen müssen. Ichigo mit seinem Verrat konfrontieren.
In seinen Händen hielt Shuren seine eigenen tödlichen Waffen, und er richtete sie auf Yuzu. Sie musste sterben, Ichigo musste provoziert werden, bis er stark genug werden konnte …
„Wenn ich es kann, werde ich dich befreien.“
Du wirst töten, foltern, benutzen, quälen, verraten. Hast bereits verraten. Mehr Sünden. Noch viel, viel mehr Sünden. Und wird Ichigo dich dann noch retten können?
Kokutos Körper war noch nicht einmal vollständig regeniert, als er bereits aufsprang und mit dieser unmenschlichen Geschwindigkeit nur einen Sekundenbruchteil bis zu Shuren
(und Ichigo, auf dem Aschensünderboden liegend mit seinem, mit Kokutos Schwert in der Brust)
benötigte. Die Flammen waren noch nicht abgeschossen worden, und ohne sein Schwert blieb dem einäugigen Sünder nur, sich vor Shuren zu werfen und es mit Nahkampf zu versuchen. Zu mehr als einem Tritt ist er kaum in der Lage, da trifft der erste Feuerball ihn bereits ungeschützt. Er zog Ichigo das Schwert aus der Brust und fühlte kaum mehr als ein kurzes Sorry, geht aber nicht anders. Die Hölle stumpfte einen ab, und er brauchte die Klinge. Er traf den etwas aus dem abgesprochenen Konzept gebrachten Shuren, und das verschaffte ihm die kurzen Sekunden, die er brauchte.
„Ichigo.“, keuchte er knapp, außer Atem von Schmerzen, die nicht verschwanden, „Ichigo, du bist einer der ehrlichsten Menschen, die mir seit langer Zeit begegnet sind. Schau mir in die Augen und sag, dass du mich nicht in der Hölle verbrennen lassen wirst!“
Er suchte diesen Blick, Gott, wie er ihn suchte. Das Versprechen, gerettet zu werden. Das ehrliche Versprechen, dass er nicht bis in alle Ewigkeit hier wird bleiben müssen. Selbst wenn es zehn Jahre, hundert Jahre, fünfhundert Jahre sein werden. Solange er nur nicht ewig würde bleiben müssen!
„Okay.“. Blut tropfte zu Boden, aber trotzdem blickte er ihm in die Augen, der Ichigo, der Ehrliche. „Wir werden einen Weg finden und zurückkommen. Versprochen.“
Den leicht verwirrten Blick ignorierte Kokuto. Er hatte gehört, was er wissen wollte.
„Wenn nicht, dann wirst du am eigenen Leib erfahren, wie die tiefsten Höllenebenen aussehen.“, wisperte Kokuto und meinte es ernst. „Ein Leben mag dir lang erscheinen, doch die Hölle ist ewig.“
Er richtete sich wieder auf. Trotzdem den Rücken leicht gekrümmt, ehe er ihn mit einer Folge Knackgeräusche durchbog. Krankhaft helle Haut, weiße Haare, schwarzes Tuch, das hässliche Sündernarben verbarg.
„Sorry, Shuren.“, rief er. „Planänderung.“
Es dauerte nicht lange, ehe Shuren wieder in der Lava verkohlte.
Drei
Die Höllentore schlossen sich.
Ihr kommt besser zurück!
Zurück blieb Kokuto, das Schwert in einer Hand, die sich so fest zusammenkrampfte, dass der ganze Arm zitterte.
Und, bei allem, was euch noch heilig ist – lasst euch nicht zuviel Zeit. Lasst euch bloß nicht zuviel Zeit … sonst könnt ihr hier nur noch Asche einsammeln.
Kokuto dachte an die Schichten, die noch lauerten in der Hölle, Feuer, Schmerzen, Seelenqual, und daran, was auch hätte passieren können, wäre der Plan so durchgeführt worden. Wenn er sich verschätzt hätte in diesem Plan.
Übelkeit stieg in ihm auf so stark, dass er sich auf die Asche unter ihm, weit und breit nur Asche, übergeben musste, und bittere Galle spuckte, und die ganze Zeit nur dieses Mantra in seinem Kopf wiederholte.
Sie werden zurückkommen. Sie werden zurückkommen. Sie werden zurückkommen. Sie werden zurückkommen. Sie werden es …
Vier
Was Kokuto nicht wusste: Es würde noch lange, lange Zeit dauern, bis Ichigo und seine Freunde wieder in die Hölle zurückkehren würden.
Samstag, 14. April 2012
Bleach - Hell Verse

Der vierte Bleach-Movie, und er hat mich so dermaßen auf die Barrikaden gehen lassen, wie ich es bei einem Film selten erlebt habe. Ich sage nur ein Wort: Kokuto.
(Achtung, es folgt ein sehr spoilerreicher Text.)
Kokuto ist zu Anfang, so ungefähr die erste Hälfte des Films, einer der guten. Von dem Augenblick, als ich das erste Bild zum Film gesehen habe, damals, als er noch lange nicht erschienen war, da war ich von Anfang an glühendes Kokuto-Fangirl. Ja, Fangirl. Ich steh dazu.
Ich hab damals jeden Trailer, jedes Bild zu ihm fanatisch gesucht, favorisiert, gespeichert, verschlungen. Hab ihn gemalt (aber das Bild hier ist nicht von mir; so gut bin ich nicht). Konnte den Film nicht abwarten. Nun, wo ich endlich dazu gekommen bin, ihn zu sehen, wünschte ich irgendwie, ich hätte niemals etwas von diesem Film gewusst.
Klar, durch fleißiges Spoilern war mir bereits klar, dass Kokuto nur zu Anfang der Gute ist und sich zum Schluss als Oberbösewicht entpuppt. Und Bleach-Oberbösewichte haben es halt relativ oft an sich, dass sie kein gutes und erst recht kein gnädiges Ende finden. Und dass sie keinen sehr netten Charakter offenbahren. So auch hier. Der nette, freundliche, rücksichtsvolle (coole, stylische, schicke, heiße) Kokuto entpuppt sich als fanatischer, von der Hölle ziemlich abgedrehter Typ, der alle töten und Ichigo so weit zur Weißglut bringen will, dass der ihm in aller Rage die Ketten zerbricht, die ihn an die Hölle binden. Kokuto will eigentlich nur aus der Hölle entkommen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Seine Ketten werden zerbrochen, aber dann zieht ihn die Hölle für die frisch begangenen Sünden noch tiefer hinab, und das wars.
Ich hab den Film ab dem Punkt, als er sich die Maske vom Gesicht riss, abgebrochen. In solchen Sachen mag ich tatsächlich eine sehr oberflächliche Seite haben, aber diese merkwürdigen Tentakelhaare oder was das da unter der Maske ist wollte ich mir dann doch nicht antun. Und auch nicht den krassen Charakterwandel. So blieb ich sitzen, mit einem enorm unzufriedenen Gesicht. Kokuto.
Armer Kerl.
Und hartnäckig verteidige ich die nette (coole, schicke, enorm geniale) Seite von ihm als seine echte Persönlichkeit. Realitätsflucht - meinetwegen. Ich gebe mir augenblicklich alle Mühe, die zweite Hälfte des Films zu ignorieren.
Aber denke trotzdem immer wieder daran. Mööööh. Ich wollte doch nur nen guten Kokuto haben, verdammt! Und man hätte echt auch für ihn ein gutes, ein graues Ende finden können, ein akzeptableres, und man hätte ihn auch nicht zu diesem Maniac machen müssen!!
Und natürlich scheints zu Kokuto nicht eine vernünftige Fanfic in diesem ganzen weltweiten Netz zu geben. Tja, musste ich wohl selbst welche schreiben.
Und ich habs sogar getan. OMG. Was tut man nicht alles für einen heilen Seelenfrieden in der geheiligten Anime- und Mangawelt ...
Sch**ß Film =_= Besser gesagt: Sch**ß Filmende. Genialer Filmbeginn.
Dienstag, 3. April 2012
Supernatural - The Born-Again Identity
Ich vor der Folge:

Nach gefühlten Jahrzehnten des Wartens, Bangens und mühsamen Spoilersammelns einfach nervlich am Ende. Hüstel.
Und nach der Folge (die mich emotional einfach nur gekillt hat):

Man füge verzweifelte "CAAAS!"-Schreie ein xD
Und ja, das mit Sam wurde irgendwie armselig gelöst und nicht wirklich logisch ... aber ich fand es berührend, verzweifelnd und einfach nur genial. Da kann ich bei so einem Plothole wirklich no fuck to give finden ...

Nach gefühlten Jahrzehnten des Wartens, Bangens und mühsamen Spoilersammelns einfach nervlich am Ende. Hüstel.
Und nach der Folge (die mich emotional einfach nur gekillt hat):

Man füge verzweifelte "CAAAS!"-Schreie ein xD
Und ja, das mit Sam wurde irgendwie armselig gelöst und nicht wirklich logisch ... aber ich fand es berührend, verzweifelnd und einfach nur genial. Da kann ich bei so einem Plothole wirklich no fuck to give finden ...
Sonntag, 25. März 2012
Turn into earth
Gestern noch hatte ich den Friedhof des Ackerman`s Field fast vergessen; erst jetzt erinnere ich mich an die Träume von früher. Und jetzt beginnt der Horror auch wieder zu verblassen, doch vergessen kann ich das nicht mehr, deshalb muss es hier aufgeschrieben werden. Und das habe ich mich heute früh noch nicht getraut, an einem grauen Morgen, an dem die Sonne noch nicht da ist. Erst jetzt, als gute Musik aus den Lautsprechern klingt, ich eine Hand in Olgas lebendigem Fell vergraben kann und die Sonne aus aller Kraft auf meine Haut scheint.
Da ist ein Traum, den ich als Kind sehr, sehr oft geträumt habe, und er hatte immer dieselben Grundzüge. Es kam dieser Friedhof und das weite, weite Land drin vor, und die Ruinen in seiner Nähe, am äußeren Kreis. Die Ruinen kann man besichtigen, doch wann immer ich im Traum an diesem Ort war, waren niemals viele Besucher dort. Eigentlich sehr wenige. Gut so.
Der eigentliche Friedhof ist von einem richtigen umgeben, der aber schon lange eine Randexistenz führt und auf dem niemand Neues mehr begraben wird. Nicht, dass er voll wäre. Man geht über sanfte Hügel und grüngelbes Gras, man sieht herbstliche Bäume (es scheint dort ewig Herbst zu sein) und dann geht man weiter, wenn die Grabsteine aufhören. Man geht ein Stückchen weiter, und die Welt scheint ... nicht wirklich dunkler, aber doch gleichzeitig schattiger zu werden. Die Schatten werden schwärzer, ohne dass das Licht abnimmt. Wolken ziehen nicht mehr zufällig dahin. Alles hat Augen und folgt etwas Unsichtbarem, ohne, dass man es begreifen kann.
Und dann kommt der eigentliche Friedhof.
Ich kann ihn nicht beschreiben. Ich kann auch nicht über diesen Traum sprechen, weil er mich jedes Mal mit unvorstellbarem Grauen aufwachen lässt; ich hasse und fürchte diesen Traum. Es gibt Alpträume, die verblassen bereits, wenn man merkt, dass man nur geträumt hat, und man weiß, hier wird so etwas niemals passieren können. Doch dieser Traum lässt einen immer mit der Gewissheit (ja, absoluter Gewissheit) zurück, dass die Realität sich ausgedünnt hat. Dass der Himmel Risse hat. Dass da in den Augenwinkeln Schatten lauern. Dass die Monster immer noch da sind, wenn man sich schon längst die Decke über den Kopf gezogen hat.
Und genau das ist es, was mich daran hindert, über diesen Traum zu sprechen. Diese irrationale Angst, ihn dadurch stärker zu machen ... ihm Kraft zu geben dadurch. Denn selbst in dieser Ruine (die nicht stark besucht ist, weil die Menschen merken, dass etwas dort ganz und gar nicht stimmt) hat das, was im Friedhof wohnt, Macht. Es beherrscht die Freunde, mit denen ich im Traum dort bin.
Niemals bin ich etwas wie eine Hüterin dieses Felds. Doch immer die einzige, die Bescheid weiß, und die einzige, die eindeutig zu wissen scheint, dass etwas dort ist. Zwar nicht, was genau, doch etwas. Und die Anwesenheit von Menschen gibt dieser Macht dort Kraft ... weckt sie auf. Es kann Menschen hilflos machen, sie wie hypnotisiert zu sich ziehen, doch nicht immer.
Nein, keine Hüterin. Dazu habe ich viel, viel zu große Angst. Ich weiß nur Bescheid im Traum, mehr nicht.
Klingt das irgendwie krank? Wahrscheinlich.
Trotzdem bin ich heute früh, kurz nach sechs, schweißgebadet aufgewacht und mit Horror hinter den Augenlidern. An Schlaf war trotz unglaublicher Müdigkeit nicht zu denken in diesem Moment ... selbst ein Krimi war zu schrecklich heute früh. Mein Buch zu lesen ("Wolfsmond" von Stephen King) wäre Selbstmord gewesen. Ich hab das Licht überall angemacht, bis die Sonne aufging, habe im Schlafzimmer meiner Eltern (die im Moment im Urlaub sind) mich ins Bett verkrümelt und den Fernseher angeschaltet und ... Biene Maja geguckt. Aber nicht lange.
Ja, lach mich aus, aber übergroße Spinnen und eine hilflos im Netz zappelnde Biene waren in dem Moment nicht unbedingt das Beste.
Also solange umgeschaltet, bis die Sonne aufgegangen war ... und dann die Lichter alle angelassen, ebenso den Fernseher, und noch ein Weilchen geschlafen.
Diesmal traumlos.
Gott sei Dank.
Und wer sich fragt, wie dieser Friedhof inmitten des Walds aussieht: Man kann ihn nicht beschreiben. Oh, ich weiß, wie er aussieht, ich kann mich an jeden Grashalm, jeden Baum dort erinnern, doch die Beschreibung würde der Realität spotten ... und außerdem habe ich zu große Angst davor.
Nur soviel: Dieser Friedhof ist der Indianerfriedhof aus "Pet Cemetery" (wenn man das Buch liest, der Film ist grottig und spottet dem grandiosen Buch). Er ist Ackerman`s Field, doch kein N. und auch sonst niemand da, der durch die Kamera schaut, um aus sieben Felsen acht zu machen. Auf diesem Friedhof sind es ewig nur sieben Felsen.
Das muss reichen.
Da ist ein Traum, den ich als Kind sehr, sehr oft geträumt habe, und er hatte immer dieselben Grundzüge. Es kam dieser Friedhof und das weite, weite Land drin vor, und die Ruinen in seiner Nähe, am äußeren Kreis. Die Ruinen kann man besichtigen, doch wann immer ich im Traum an diesem Ort war, waren niemals viele Besucher dort. Eigentlich sehr wenige. Gut so.
Der eigentliche Friedhof ist von einem richtigen umgeben, der aber schon lange eine Randexistenz führt und auf dem niemand Neues mehr begraben wird. Nicht, dass er voll wäre. Man geht über sanfte Hügel und grüngelbes Gras, man sieht herbstliche Bäume (es scheint dort ewig Herbst zu sein) und dann geht man weiter, wenn die Grabsteine aufhören. Man geht ein Stückchen weiter, und die Welt scheint ... nicht wirklich dunkler, aber doch gleichzeitig schattiger zu werden. Die Schatten werden schwärzer, ohne dass das Licht abnimmt. Wolken ziehen nicht mehr zufällig dahin. Alles hat Augen und folgt etwas Unsichtbarem, ohne, dass man es begreifen kann.
Und dann kommt der eigentliche Friedhof.
Ich kann ihn nicht beschreiben. Ich kann auch nicht über diesen Traum sprechen, weil er mich jedes Mal mit unvorstellbarem Grauen aufwachen lässt; ich hasse und fürchte diesen Traum. Es gibt Alpträume, die verblassen bereits, wenn man merkt, dass man nur geträumt hat, und man weiß, hier wird so etwas niemals passieren können. Doch dieser Traum lässt einen immer mit der Gewissheit (ja, absoluter Gewissheit) zurück, dass die Realität sich ausgedünnt hat. Dass der Himmel Risse hat. Dass da in den Augenwinkeln Schatten lauern. Dass die Monster immer noch da sind, wenn man sich schon längst die Decke über den Kopf gezogen hat.
Und genau das ist es, was mich daran hindert, über diesen Traum zu sprechen. Diese irrationale Angst, ihn dadurch stärker zu machen ... ihm Kraft zu geben dadurch. Denn selbst in dieser Ruine (die nicht stark besucht ist, weil die Menschen merken, dass etwas dort ganz und gar nicht stimmt) hat das, was im Friedhof wohnt, Macht. Es beherrscht die Freunde, mit denen ich im Traum dort bin.
Niemals bin ich etwas wie eine Hüterin dieses Felds. Doch immer die einzige, die Bescheid weiß, und die einzige, die eindeutig zu wissen scheint, dass etwas dort ist. Zwar nicht, was genau, doch etwas. Und die Anwesenheit von Menschen gibt dieser Macht dort Kraft ... weckt sie auf. Es kann Menschen hilflos machen, sie wie hypnotisiert zu sich ziehen, doch nicht immer.
Nein, keine Hüterin. Dazu habe ich viel, viel zu große Angst. Ich weiß nur Bescheid im Traum, mehr nicht.
Klingt das irgendwie krank? Wahrscheinlich.
Trotzdem bin ich heute früh, kurz nach sechs, schweißgebadet aufgewacht und mit Horror hinter den Augenlidern. An Schlaf war trotz unglaublicher Müdigkeit nicht zu denken in diesem Moment ... selbst ein Krimi war zu schrecklich heute früh. Mein Buch zu lesen ("Wolfsmond" von Stephen King) wäre Selbstmord gewesen. Ich hab das Licht überall angemacht, bis die Sonne aufging, habe im Schlafzimmer meiner Eltern (die im Moment im Urlaub sind) mich ins Bett verkrümelt und den Fernseher angeschaltet und ... Biene Maja geguckt. Aber nicht lange.
Ja, lach mich aus, aber übergroße Spinnen und eine hilflos im Netz zappelnde Biene waren in dem Moment nicht unbedingt das Beste.
Also solange umgeschaltet, bis die Sonne aufgegangen war ... und dann die Lichter alle angelassen, ebenso den Fernseher, und noch ein Weilchen geschlafen.
Diesmal traumlos.
Gott sei Dank.
Und wer sich fragt, wie dieser Friedhof inmitten des Walds aussieht: Man kann ihn nicht beschreiben. Oh, ich weiß, wie er aussieht, ich kann mich an jeden Grashalm, jeden Baum dort erinnern, doch die Beschreibung würde der Realität spotten ... und außerdem habe ich zu große Angst davor.
Nur soviel: Dieser Friedhof ist der Indianerfriedhof aus "Pet Cemetery" (wenn man das Buch liest, der Film ist grottig und spottet dem grandiosen Buch). Er ist Ackerman`s Field, doch kein N. und auch sonst niemand da, der durch die Kamera schaut, um aus sieben Felsen acht zu machen. Auf diesem Friedhof sind es ewig nur sieben Felsen.
Das muss reichen.
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