Sommerloch - Ergo hab ich Langeweile, ergo durchstöbere ich die alten Archive von ff.de, um ein paar alte Threads oder Geschichten auszugraben und ein bisschen zu lachen. Ergo bin ich im WTF - Thread unterwegs. Und stoße wieder auf die alten Geschichten: Wie eine Userin zwei Kinder mit einer toten Ente Fußball spielen sah, der sie die Flügel ausgerissen hatten. Wie die Bekannte einer Userin in Japan Urlaub machte und dort im Restaurant das Gehirn eines noch lebenden Affen direkt aus dem Schädel gegessen wurde. Ich kann mich erinnern, erst kürzlich einen Artikel im Spiegel (oder war´s Fokus?) gelesen zu haben, in dem ein deutscher Geschäftsmann trotz Bilderbuchvorsicht in China über den Löffel gezogen wurde, und zwar so dermaßen, dass er jetzt um seine Existenz kämpft, wobei die Chinesen das so routinemäßig durchzogen, dass er kaum eine Chance hatte, irgendetwas tun zu können. Als ich Erdbeeren verkauft habe in der vorletzten Woche, war es ungefähr die Hälfte der Kunden, die sich wie die Krähen auf die frisch gelieferten Stapel stürzten und ihr persönliches Erdbeerkörbchen sicher stellten, ehe sie sich damit beruhigt an die Schlange stellten - oder auch, bevor sie einkaufen gingen, fragten, ob ich denn hundertprozentig sicher sei, dass nachher noch welche da sind, damit sie auch ja welche abkriegen. Bei der Massenpanik in Duisburg - egal, wer Schuld hat, letzten Endes sind Menschen aus Gier und Überzogenheit gestorben. In der Stadt herrscht ein Survivalkampf aller Fahrzeuge, wer als Erstes am Ziel ankommt, ungeachtet aller Verkehrsregeln. Auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember und November wird Geld verlangt, damit man sich von Gummipuppen Angst einjagen bzw. durch die Gegend schaukeln kann - Geld, dass so viele anderswo nicht haben. Spaß, den man auch gut woanders bekommen kann. Unser Nachbar macht regelmäßig sein Auto auf unserer Straßenseite sauber, damit der ganze Rost und Schmutz nicht auf seiner Straßenhälfte liegen bleibt, und im Winter schaufelt er den Schnee bei uns über den Zaun.
Eine Userin bei ff.de erzählte von einem ihr bekannten Kind, dass auf der Klassenfahrt mal eine Kröte fand, sie den anderen zeigen wollte und diese die Kröte dann erdolcht haben. Eine andere erzählte von einem kleinen Mädchen, dessen Meerschweinchen ihr von Jugendlichen weggenommen wurde und die dem Tierchen dann alle Haare ausrissen, sodass es blutete. Meine Eltern sind keine bösen Menschen, dennoch unterhalten sie sich bei Weihnachten angeregt darüber, wie schön zart der Rehrücken ist, und mögen zugleich Bambi. Kürzlich habe ich versucht, mit meiner Mutter über das Thema Universum, Urknall und Beginn von allem zu diskutieren, ein meiner Meinung nach sehr faszinierendes Thema, in das ich mich wirklich vertiefen kann. Sie versucht oft, mit mir zu diskutieren, mich in Unterhaltungen zu verstricken, doch bei diesem Thema sagte sie nur: "Ich finde das total unwichtig.". Ich kann es nicht verstehen, denn immerhin verstehen wir so wenig von all dem, was um uns herum vorgeht - wir wissen nicht einmal, wo wir herkamen. Wie kann das unwichtig sein?
Kühe, Hühner und alle anderen Tiere werden zu Tausenden mit so geringen Kosten wie möglich gehalten, damit alle ihren Weihnachtsbraten und das Frühstücksei bekommen. Die Menschen machen sich Gedanken über die armen Kinder in Afrika, aber letzten Endes haben auch die Reichen nicht genug Geld übrig. Wenn doch Geld gespendet wird, kommt es selten da an, wo es wirklich helfen kann. So wenig Menschen, denen man helfen kann, dass es kaum noch einen Sinn zu machen scheint. Nordkorea droht mit Atombomben. China wird zum Wirtschaftsgiganten und absoluten Nr. 1 - Bedrohung in der Zukunft werden, wenn ich mir das Ganze so ansehe. Wer weiß, wie die Situation im Irak ausgeht. Egal, wann, wird es doch wieder zum Weltkrieg kommen. Egal, wann, und wenn es in hundert Jahren sein wird. Der Mensch wird es nicht anders lernen. Der Mensch kann vieles lernen, aber das nicht.
Oder, wie jemand kürzlich als Signatur zur Schau trug:
"Sagt ein Planet zum anderen: ´Homo Sapiens? Hatte ich auch mal. Geht vorbei.`"
Und dann war da noch ...
Mein alter Judotrainer war ein Zwei Meter - Riese mit Halbglatze, der immer zu mir sagte: "Wenn du auf Hundert Kilo zunimmst, bist du meine Freundin.". Seine Methoden waren hart, aber gerecht. Seine Art war humorvoll, aber streng, großzügig, aber ernst. Bei der WM 2006 haben wir uns manchmal in das winzig kleine Büro gequetscht und alle zusammen das Fußballspiel angesehen, anstatt zu trainieren. Er machte sich Sorgen, wenn ich mal nicht zum Training kam. Nach meinem ersten Turnier sprang sein Auto nicht an, und wir mussten ihn alle gesammelt anschieben. Er war ein guter Mensch. Ich hab immer zu ihm aufgesehen, und ich hab ihn fast mehr respektiert als meine eigenen Eltern. Ihm war es egal, wie wir uns anzogen, aber er hat nach dem Training im Winter vor der Tür der Umkleide gestanden und darauf geachtet, dass wir auch alle Mützen aufhaben. Als er einmal sah, dass ich keine trug, fuhr er mich höchstpersönlich nach Hause. Während eines Übungskampfes warf mich meine Gegnerin einmal sehr stark, ohne zu bemerken, wie dicht wir beide an der Wand standen, sodass ich mit Kopf und Schulter volle Kanne gegen die Wand krachte. Für den Rest der Übungsstunde verbot er mir das Training, auch, als ich wieder Luft bekam und behauptete, wieder trainieren zu können, und ließ mich erst gehen, als er sicher gestellt hatte, dass ich auch in Ordnung war. Er tat das nicht nur aus Verantwortung. Er hat wirklich sein Herz in diesen Judoverein gesteckt. Als ich vor ein paar Jahren gehen musste, weil ich einfach keine Zeit mehr für dreimal Training pro Woche hatte, hab ich ihm einen Blumenstrauß zum Abschied geschenkt.
Von einer alten Judokameradin, die ich ab und zu noch treffe, habe ich erfahren, dass dieser Trainer versuchte, seine Frau umzubringen, jetzt mit einem großen Tumor im Kopf in der Kopfklinik (nicht böse gemeint, nur salopp formuliert!) liegt und das Jahr vermutlich nicht schaffen wird.
Montag, 26. Juli 2010
Freitag, 28. Mai 2010
Die Liebe - Angekommen auf der dritten Zwischenstation, und stillgestanden.
Ja, und beim Geburtstag der Dirigentin war natürlich auch er da *grins*. Nach dem Six Feet Under - Konzert war ich schon mal etwas zuversichtlicher als zuvor, und ich denke, es war gut gestern. Geredet haben wir nicht viel - wie immer - aber er hat oft bei mir in der Nähe gestanden, er hat mich oft angesprochen als es ums Verteilen der Fahrgemeinschaften ging, obwohl mich das Ganze eigentlich gar nicht so direkt betraf. Er hat Witze gemacht mit mir, als er bei uns stand, und als mein Kumpel ihn um Bestätigung fragte, dass das Six Feet Under - Konzert doch wirklich toll war, hat er direkt mich angesehen und gesagt: "Ja.".
Wow. Ich glaube, diese Interpretationsmöglichkeiten hätte ich auch mal im Deutschunterricht anwenden sollen. Natürlich bilde ich mir nicht ein, dass diese Blicke, sein Aufenthalt bei mir etc. auch nur das Geringste zu bedeuten hat - das wäre auch sehr, sehr weit gefasst. Natürlich hat es nichts zu bedeuten gehabt. Aber es ist schön, wenigstens hypothetisch so zu denken, bis ich ihn in ... *nachguck* drei Wochen wiederseh. Bis dahin ist es schön, sich mit unmöglichen Gedanken zu beschäftigen.
In der Anfangszeit ist Liebe schön. Man freut sich über jeden Blick, über jede Geste, über jedes zufällige Aufeinandertreffen, selbst wenn es ohne viel Worte ablief. Nach einiger Zeit beginnt man, Sehnsucht zu haben. Das ist nicht mehr so schön. Als wir vom Six Feet Under - Konzert wegfuhren, habe ich geweint aus Einsamkeit, denn es dauerte damals noch acht Wochen bis zum nächsten Konzert, und ich wollte nicht weg von ihm. Man beginnt, Sehnsucht zu haben.
Dann beginnt man, sich irgendwie ausgelaugt zu fühlen. Bei mir dauert die Liebe jetzt schon mehr als ein halbes Jahr, und ich beginne, zu wünschen, ich hätte ein klares Ergebnis. Ich beginne, darüber nachzudenken, dass mir selbst ein "Nein" lieber wäre als diese quälende Ungewissheit und immer wieder mein Kumpel, der fragt: "Wann willst du´s ihm endlich sagen?" und die Angst, er findet eine andere, die Angst, er tritt aus dem Orchester aus und ich sehe ihn nie wieder, die Angst, er ist einfach weg. Langsam beginnt es, wehzutun. Langsam beginne ich, mir ein Ende zu wünschen.
Vielleicht ist es immer besser, einfach ehrlich zu sein und mit der Sprache herauszurücken. Aber ich habe Angst.
Ich habe Angst vor einem typisch nach ihm klingenden, freundlichen "Tut mir Leid, aber wollen wir nicht Freunde bleiben?". Ich habe Angst vor verlegenen Blicken danach, nach dem Korb, und das selbst die freundlichen Scherze jetzt ein Ende finden. Ich habe zu große Angst vor dem "Nein", was definitiv kommen wird.
Wow. Ich glaube, diese Interpretationsmöglichkeiten hätte ich auch mal im Deutschunterricht anwenden sollen. Natürlich bilde ich mir nicht ein, dass diese Blicke, sein Aufenthalt bei mir etc. auch nur das Geringste zu bedeuten hat - das wäre auch sehr, sehr weit gefasst. Natürlich hat es nichts zu bedeuten gehabt. Aber es ist schön, wenigstens hypothetisch so zu denken, bis ich ihn in ... *nachguck* drei Wochen wiederseh. Bis dahin ist es schön, sich mit unmöglichen Gedanken zu beschäftigen.
In der Anfangszeit ist Liebe schön. Man freut sich über jeden Blick, über jede Geste, über jedes zufällige Aufeinandertreffen, selbst wenn es ohne viel Worte ablief. Nach einiger Zeit beginnt man, Sehnsucht zu haben. Das ist nicht mehr so schön. Als wir vom Six Feet Under - Konzert wegfuhren, habe ich geweint aus Einsamkeit, denn es dauerte damals noch acht Wochen bis zum nächsten Konzert, und ich wollte nicht weg von ihm. Man beginnt, Sehnsucht zu haben.
Dann beginnt man, sich irgendwie ausgelaugt zu fühlen. Bei mir dauert die Liebe jetzt schon mehr als ein halbes Jahr, und ich beginne, zu wünschen, ich hätte ein klares Ergebnis. Ich beginne, darüber nachzudenken, dass mir selbst ein "Nein" lieber wäre als diese quälende Ungewissheit und immer wieder mein Kumpel, der fragt: "Wann willst du´s ihm endlich sagen?" und die Angst, er findet eine andere, die Angst, er tritt aus dem Orchester aus und ich sehe ihn nie wieder, die Angst, er ist einfach weg. Langsam beginnt es, wehzutun. Langsam beginne ich, mir ein Ende zu wünschen.
Vielleicht ist es immer besser, einfach ehrlich zu sein und mit der Sprache herauszurücken. Aber ich habe Angst.
Ich habe Angst vor einem typisch nach ihm klingenden, freundlichen "Tut mir Leid, aber wollen wir nicht Freunde bleiben?". Ich habe Angst vor verlegenen Blicken danach, nach dem Korb, und das selbst die freundlichen Scherze jetzt ein Ende finden. Ich habe zu große Angst vor dem "Nein", was definitiv kommen wird.
Mittwoch, 28. April 2010
Ein Jahr
In einem Jahr - noch nicht einmal - kommt dann also, vorraussichtlich, der zweite Band zur Königsmörder - Trilogie. Ich bin happy =) Auch wenn der hochgeschätzte Herr Rothfuss sich tausendmal entschuldigt bei allen Lesern, dass es noch so lange dauert, freu ich mich, denn ein mehr oder weniger sicheres Datum ist ja mehr als eine ungefähre Schätzung. Ein Jahr. Damit kann ich umgehen.
Which means: Ich hab noch ein Jahr für meine persönliche Rohfassung von "Remember". Denn wenn der zweite Band rauskommt, soll die fertig sein, als mein persönliches Ziel, nur die Rohfassung, wenn möglich auch die überarbeitete Version, aber das wird vermutlich zu viel.
Das Dumme ist nur: Ich hänge fest -v-
Mittwoch, 31. März 2010
Eine gequälte Sparente
Zum 18. Geburtstag sind fast alle Jungs der Clique aus unserem Studienraum gekommen, ein Raum in unserer Schule mit Computer und nutzbar für Lernzwecke sowie in den Pausen. Unser Pausenraum, wo wir unsere Ruhe haben. Die Jungs hab ich zu meinem achtzehnten eingeladen, zur Grillparty im Garten, und sie sind gekommen, wir hatten Spaß und es war ein cooler Abend/Nacht. Sergij hat mir damals eine Sparente geschenkt, in der mein Kleingeld aufbewahrt und gespart wird. Ist die Ente voll, kommt es in ein großes Paket und es wird weitergespart. Allerdings hat diese Ente nur einen Gumminoppen am Boden - sie kann von jedem Idioten geöffnet werden.
Diese Ente steht in meinem Regal und frisst mein Kleingeld. Als sie das erste Mal voll war, waren es fast 140 Euro, das Geld kam ins Paket und das Sparen begann von vorne. Ich bin sehr vergesslich, deshalb führe ich genau Buch darüber, was ich reintue, was ich rausnehme etc., und weil ich für so einiges spare, ist es meine eiserne Reserve. Mit der Zeit sind so einige tolle Sondermünzen da hineingewandert, die wohl kaum je ausgegeben worden wären - hätte ich sie behalten.
Geh ich also gestern ins Kino mit einigen Freunden, will vorher, weil ich den Kinogutschein nicht finden kann, noch ein paar Euros mitnehmen, und nehme die Ente. Verdächtig leicht - sehr verdächtig leicht. Als ich sie auf den Schreibtisch entleere, sind von den ehemals knapp 50Euro nur noch knapp 5 geblieben. Nicht aufgeschrieben, und ich weiß, dass ich so viel niemals entnommen hätte. Nie.
Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle treffe ich Mutti und rede mit ihr darüber, und am nächsten Tag - gerade eben - liegt ein Zettel vor meiner Tür mit einem Zehn-Euro-Schein:
"Es tut mir wirklich Leid, was ich getan habe, deshalb bekommst du als entschädigung diese 10Euro und eine große Entschuldigung von deiner Schwester, die dir verspricht, so etwas nicht mehr zu tun."
Ich dachte, sie wäre schon 20 Jahre alt. Ich dachte, sie wäre erwachsen geworden von der zickigen großen Schwester, die mich morgens beim Aufstehen entweder getreten oder an den Haaren gezogen hat. Ich dachte, sie wäre raus aus dieser Phase, die sie schon einmal hatte - nur, dass sie damals unsere Großeltern um sehr viel erleichtert hat.
Und ganz im Ernst: ZEHN Euro als Entschädigung für genau DREIUNDVIERZIG Euro sechsundsiebzig?! Hallo?! Ich brauch das Geld, ich wollte die Sondermünzen behalten und die klingenden Münzen, die ich mir Stück für Stück abgespart hab! Ich hab doch nicht umsonst jeden Cent, den ich übrig hatte, da hinein geschmissen und dokumentiert!!!!
Ich bin sauer.
Und zu allem Überfluss ist auch noch der Gumminoppen bei ihren gewaltsamen Entfernungsversuchen kaputt gegangen und fällt jetzt von alleine ab.
Diese Ente steht in meinem Regal und frisst mein Kleingeld. Als sie das erste Mal voll war, waren es fast 140 Euro, das Geld kam ins Paket und das Sparen begann von vorne. Ich bin sehr vergesslich, deshalb führe ich genau Buch darüber, was ich reintue, was ich rausnehme etc., und weil ich für so einiges spare, ist es meine eiserne Reserve. Mit der Zeit sind so einige tolle Sondermünzen da hineingewandert, die wohl kaum je ausgegeben worden wären - hätte ich sie behalten.
Geh ich also gestern ins Kino mit einigen Freunden, will vorher, weil ich den Kinogutschein nicht finden kann, noch ein paar Euros mitnehmen, und nehme die Ente. Verdächtig leicht - sehr verdächtig leicht. Als ich sie auf den Schreibtisch entleere, sind von den ehemals knapp 50Euro nur noch knapp 5 geblieben. Nicht aufgeschrieben, und ich weiß, dass ich so viel niemals entnommen hätte. Nie.
Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle treffe ich Mutti und rede mit ihr darüber, und am nächsten Tag - gerade eben - liegt ein Zettel vor meiner Tür mit einem Zehn-Euro-Schein:
"Es tut mir wirklich Leid, was ich getan habe, deshalb bekommst du als entschädigung diese 10Euro und eine große Entschuldigung von deiner Schwester, die dir verspricht, so etwas nicht mehr zu tun."
Ich dachte, sie wäre schon 20 Jahre alt. Ich dachte, sie wäre erwachsen geworden von der zickigen großen Schwester, die mich morgens beim Aufstehen entweder getreten oder an den Haaren gezogen hat. Ich dachte, sie wäre raus aus dieser Phase, die sie schon einmal hatte - nur, dass sie damals unsere Großeltern um sehr viel erleichtert hat.
Und ganz im Ernst: ZEHN Euro als Entschädigung für genau DREIUNDVIERZIG Euro sechsundsiebzig?! Hallo?! Ich brauch das Geld, ich wollte die Sondermünzen behalten und die klingenden Münzen, die ich mir Stück für Stück abgespart hab! Ich hab doch nicht umsonst jeden Cent, den ich übrig hatte, da hinein geschmissen und dokumentiert!!!!
Ich bin sauer.
Und zu allem Überfluss ist auch noch der Gumminoppen bei ihren gewaltsamen Entfernungsversuchen kaputt gegangen und fällt jetzt von alleine ab.
Freitag, 26. Februar 2010
Die Liebe
Ja. Das alte, leidige, schmerzhafte, Friede-Freude-Eierkuchen-Thema.
Wie reagiert man? Locker und fröhlich, so wie immer, und die Aufregung im Inneren überspielen, dem anderen hinterherlaufen und ihm auf die Nerven gehen, sodass er allerdings wenigstens merkt, dass man was von ihm will? Oder einfach ignorieren, weil man viel zu lange braucht, um über ein geeignetes Thema nachzudenken?
Wenn es so wäre - wenn man kein Wort herausbrächte - wäre es eigentlich der Falsche, oder? Denn dann kann man nicht mit ihm reden und kann bei ihm nicht man selbst sein. Ist der Richtige nicht eigentlich jemand, bei dem man über solche Dinge gar nicht nachzudenken braucht? Jemand, mit dem man flachsen und lachen und sich über Hefeteig unterhalten kann, als wäre es das Normalste der Welt. Nicht jemand, bei dem man zusammenfährt und Nervösität alle vernünftigen Funktionen, einschließlich des logischen Denkens, blockiert.
Wie kann man unterscheiden zwischen Richtig und Falsch?
Gibt es außerhalb unseres beschränkten Sichtfeldes überhaupt ein Richtig und Falsch?
Wie reagiert man? Locker und fröhlich, so wie immer, und die Aufregung im Inneren überspielen, dem anderen hinterherlaufen und ihm auf die Nerven gehen, sodass er allerdings wenigstens merkt, dass man was von ihm will? Oder einfach ignorieren, weil man viel zu lange braucht, um über ein geeignetes Thema nachzudenken?
Wenn es so wäre - wenn man kein Wort herausbrächte - wäre es eigentlich der Falsche, oder? Denn dann kann man nicht mit ihm reden und kann bei ihm nicht man selbst sein. Ist der Richtige nicht eigentlich jemand, bei dem man über solche Dinge gar nicht nachzudenken braucht? Jemand, mit dem man flachsen und lachen und sich über Hefeteig unterhalten kann, als wäre es das Normalste der Welt. Nicht jemand, bei dem man zusammenfährt und Nervösität alle vernünftigen Funktionen, einschließlich des logischen Denkens, blockiert.
Wie kann man unterscheiden zwischen Richtig und Falsch?
Gibt es außerhalb unseres beschränkten Sichtfeldes überhaupt ein Richtig und Falsch?
Lock Me Up
Schließ die Türen, schließ das Schloss, dreh den Schlüssel, wirf ihn fort.
Er soll im Dreck liegen, vergessen. Niemals wieder gefunden. Und das Schloss soll auf ewig verschlossen bleiben.
Ist es dunkel, kommt der Schmerz, kommt der Schlaf. Nicht jetzt. Grauen im Finstern.
„Da ist nichts.“
Nur im Innern, tief darin, tief im Finstern, brodelnd wie der Hölle Pfuhl. Willst nicht vergessen, willst vergessen. Willst bleiben, begraben in Traurigkeit, bis über den Hals, sie kriecht dir in Ohren, Mund und Nase, Hals, schleimig und kalt. Schämst dich, zu vergessen.
Kommt der Morgen, kommt die Sonne, kommt der Tod. Tod im Morgenrot.
„Ich will nicht!“
Willst es nicht vergessen, das Gefühl, zu schweben, zu lachen, all die Gefühle, sie kochen hoch in dir, brodeln und verbrennen dich. Fegefeuer hier in dir.
Und kommt dann auch das Abendrot, sieh das Meer, rot wie Tod, Blut da droben, und die Barke zieht dahin. Zieht die Schneise mittendurch, Schnitt im Himmel, Schnitt im Blut, Schnitt im Tod.
Morgenrot.
Er soll im Dreck liegen, vergessen. Niemals wieder gefunden. Und das Schloss soll auf ewig verschlossen bleiben.
Ist es dunkel, kommt der Schmerz, kommt der Schlaf. Nicht jetzt. Grauen im Finstern.
„Da ist nichts.“
Nur im Innern, tief darin, tief im Finstern, brodelnd wie der Hölle Pfuhl. Willst nicht vergessen, willst vergessen. Willst bleiben, begraben in Traurigkeit, bis über den Hals, sie kriecht dir in Ohren, Mund und Nase, Hals, schleimig und kalt. Schämst dich, zu vergessen.
Kommt der Morgen, kommt die Sonne, kommt der Tod. Tod im Morgenrot.
„Ich will nicht!“
Willst es nicht vergessen, das Gefühl, zu schweben, zu lachen, all die Gefühle, sie kochen hoch in dir, brodeln und verbrennen dich. Fegefeuer hier in dir.
Und kommt dann auch das Abendrot, sieh das Meer, rot wie Tod, Blut da droben, und die Barke zieht dahin. Zieht die Schneise mittendurch, Schnitt im Himmel, Schnitt im Blut, Schnitt im Tod.
Morgenrot.
Montag, 2. November 2009
Laura
Lauras Seite auf dem Klavier war schon vor langer Zeit verstimmt worden.
Ihre Kindheit war fehlerlos. Perfekt.
Zu perfekt.
Ihre Eltern stritten niemals. Sie wurde geliebt, von ihnen, sie wurde immer gut behandelt. Sie lachten immer. Immer.
Als ob sie Theater spielen würden.
„Mama? Papa? Warum lacht ihr immer? Gibt es denn nichts, was euch traurig macht?“
Von einem Moment auf den andern war das Theaterstück vorbei.
„Was glaubst du eigentlich, für wen wir das hier machen?! Was glaubst du eigentlich, für wen wir uns fast aufgeben? Und du bist so ein undankbares Balg!“
Der Vorhang war gefallen.
Ab dann verkehrte Lauras Leben sich in das komplette Gegenteil. Sie machten nichts mehr zusammen. Ihr Vater war so oft weg. Ihre Mutter sah sie kaum mehr an, und ansonsten schrie sie. Sie gab Laura die Schuld für alles, was sie traurig machte.
Laura rannte davon. Tagelang ging sie auf der Straße von Stadt zu Stadt, ihre Füße schmerzten und bluteten. Irgendwann nicht mehr. Irgendwann waren ihre Schuhe zerfallen und ihre Fußsohlen fast so dick wie Leder geworden, sodass sie die Schmerzen nicht mehr spürte.
In Ilassar hatte sie Aica kennen gelernt.
Sie wurden beim Stehlen erwischt und haben sich in eine Gasse geflüchtet. Der Regen fällt, und sie schmiegen sich zusammen. Es ist eine Sackgasse, und sie können nur warten, bis die Leute, die sie suchen, verschwinden.
„Schon gut.“, flüstert Aica. „Es wird uns nichts passieren.“
Laura ist jünger als sie, einige Jahre, soweit sie das einschätzen kann, und blass und schwächlich. Das Leben auf der Straße ist sehr schwer für sie. Zu schwer, denkt Aica manchmal und hat Angst um die einzige Freundin.
Jetzt laufen Laura die Tränen über das stille Gesicht.
Nein. Sie ist nicht für die Straße gemacht.
„Uns kann nichts passieren.“, flüstert Aica. „Weil ich nämlich eine Zauberin bin.“
Es scheint, als würden die Tränen fast versiegen. Laura sieht sie an, staunend – und zweifelnd.
„Eine Zauberin?“
„Eine richtige.“
„Und was kannst du machen?“
Aicas Blick schweift umher und erhascht zufällig eine Münze. Einen Eisenpenny, den anscheinend jemand verloren hat. Vielleicht auch ein Dieb, der verjagt wurde und dem die Münze hier aus der Hand fiel.
Es ist wie Ironie des Schicksals, dass sie das Geld ausgerechnet jetzt und hier findet.
„Zaubern.“
Der Penny liegt in ihrer Reichweite, und Aica lässt ihn hochschweben, hebt ihn hoch, unsichtbar für alle, und hält ihn Laura hin.
Das Mädchen greift staunend danach, versucht zu ertasten, womit sie ihn hochgehoben hat. Aber sie kann es nicht greifen.
„Wow!“, ruft sie leise. „Du bist eine echte Zauberin!“
Nicht so laut, denkt Aica. Mach, dass sie uns nicht hören!
„Da sind sie!“
Die Stimme klingt wie ein altes, rostiges Reibeisen. Unangenehm. Aica lässt sie den kalten Schweiß am Rücken herunter laufen.
Mit ihren Äxten in den Händen kommen die Männer in die Gasse. Nichts zum Ausweichen. Der Fackelschein ergreift die beiden Mädchen, und Laura schlingt ihre Arme um Aica. Mit einem Schubser will Aica die andere von sich fort stoßen, damit sie eine Chance zur Flucht erhält.
Aber Laura ist schneller.
Sie stößt Aica beiseite, und eine scharfe Klinge trennt sauber ihren Kopf ab. Das Blut spritzt auf Aica.
Die Männer verprügeln sie, sodass sie danach reglos in der Gasse liegt. Alleine. Die Männer haben die Mädchenleiche mitgenommen. Aica kann nicht einmal daran denken. Sie denkt an gar nichts. Nur an die Schmerzen in ihrem Körper.
Lauras Seite auf dem Klavier war schon vor langer Zeit verstimmt worden.
Ein kleiner Oneshot zu "Remember" (="Black Lapislazuli" - ich hab den Titel geändert, weil mir der Neue passender erschien). Dazu, was Aica (die Hauptfigur) vor Beginn der Haupthandlung erlebte, wen sie traf, und wen sie verlor.
Ihre Kindheit war fehlerlos. Perfekt.
Zu perfekt.
Ihre Eltern stritten niemals. Sie wurde geliebt, von ihnen, sie wurde immer gut behandelt. Sie lachten immer. Immer.
Als ob sie Theater spielen würden.
„Mama? Papa? Warum lacht ihr immer? Gibt es denn nichts, was euch traurig macht?“
Von einem Moment auf den andern war das Theaterstück vorbei.
„Was glaubst du eigentlich, für wen wir das hier machen?! Was glaubst du eigentlich, für wen wir uns fast aufgeben? Und du bist so ein undankbares Balg!“
Der Vorhang war gefallen.
Ab dann verkehrte Lauras Leben sich in das komplette Gegenteil. Sie machten nichts mehr zusammen. Ihr Vater war so oft weg. Ihre Mutter sah sie kaum mehr an, und ansonsten schrie sie. Sie gab Laura die Schuld für alles, was sie traurig machte.
Laura rannte davon. Tagelang ging sie auf der Straße von Stadt zu Stadt, ihre Füße schmerzten und bluteten. Irgendwann nicht mehr. Irgendwann waren ihre Schuhe zerfallen und ihre Fußsohlen fast so dick wie Leder geworden, sodass sie die Schmerzen nicht mehr spürte.
In Ilassar hatte sie Aica kennen gelernt.
Sie wurden beim Stehlen erwischt und haben sich in eine Gasse geflüchtet. Der Regen fällt, und sie schmiegen sich zusammen. Es ist eine Sackgasse, und sie können nur warten, bis die Leute, die sie suchen, verschwinden.
„Schon gut.“, flüstert Aica. „Es wird uns nichts passieren.“
Laura ist jünger als sie, einige Jahre, soweit sie das einschätzen kann, und blass und schwächlich. Das Leben auf der Straße ist sehr schwer für sie. Zu schwer, denkt Aica manchmal und hat Angst um die einzige Freundin.
Jetzt laufen Laura die Tränen über das stille Gesicht.
Nein. Sie ist nicht für die Straße gemacht.
„Uns kann nichts passieren.“, flüstert Aica. „Weil ich nämlich eine Zauberin bin.“
Es scheint, als würden die Tränen fast versiegen. Laura sieht sie an, staunend – und zweifelnd.
„Eine Zauberin?“
„Eine richtige.“
„Und was kannst du machen?“
Aicas Blick schweift umher und erhascht zufällig eine Münze. Einen Eisenpenny, den anscheinend jemand verloren hat. Vielleicht auch ein Dieb, der verjagt wurde und dem die Münze hier aus der Hand fiel.
Es ist wie Ironie des Schicksals, dass sie das Geld ausgerechnet jetzt und hier findet.
„Zaubern.“
Der Penny liegt in ihrer Reichweite, und Aica lässt ihn hochschweben, hebt ihn hoch, unsichtbar für alle, und hält ihn Laura hin.
Das Mädchen greift staunend danach, versucht zu ertasten, womit sie ihn hochgehoben hat. Aber sie kann es nicht greifen.
„Wow!“, ruft sie leise. „Du bist eine echte Zauberin!“
Nicht so laut, denkt Aica. Mach, dass sie uns nicht hören!
„Da sind sie!“
Die Stimme klingt wie ein altes, rostiges Reibeisen. Unangenehm. Aica lässt sie den kalten Schweiß am Rücken herunter laufen.
Mit ihren Äxten in den Händen kommen die Männer in die Gasse. Nichts zum Ausweichen. Der Fackelschein ergreift die beiden Mädchen, und Laura schlingt ihre Arme um Aica. Mit einem Schubser will Aica die andere von sich fort stoßen, damit sie eine Chance zur Flucht erhält.
Aber Laura ist schneller.
Sie stößt Aica beiseite, und eine scharfe Klinge trennt sauber ihren Kopf ab. Das Blut spritzt auf Aica.
Die Männer verprügeln sie, sodass sie danach reglos in der Gasse liegt. Alleine. Die Männer haben die Mädchenleiche mitgenommen. Aica kann nicht einmal daran denken. Sie denkt an gar nichts. Nur an die Schmerzen in ihrem Körper.
Lauras Seite auf dem Klavier war schon vor langer Zeit verstimmt worden.
Ein kleiner Oneshot zu "Remember" (="Black Lapislazuli" - ich hab den Titel geändert, weil mir der Neue passender erschien). Dazu, was Aica (die Hauptfigur) vor Beginn der Haupthandlung erlebte, wen sie traf, und wen sie verlor.
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